Blauwald GmbH & Co KG
Ebnater Hauptstr. 23
73432 Aalen

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Entstehungsgeschichte der Blauwald GmbH & Co KG

1734 - Ankauf der Wälder durch das Fürstenhaus Thurn und Taxis

Im Jahre 1734 erwirbt das Fürstenhaus Thurn und Taxis, das damals in Frankfurt als Generalpostmeister des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation resi­diert, die Herrschaften Ballmertshofen, Trugenhofen und Duttenstein mit den da­zugehörigen Schlössern als Sommersitz. Das Schloss Ballmertshofen wird nach dem 1. Weltkrieg, das Schloss Duttenstein mit dem zugehörigen Wildpark im Jahre 1996 verkauft. Schloss Trugenhofen heißt heute Schloss Taxis und ist mit dem umgebenden so genannten „Englischen Wald“ noch heute im Eigentum des Hauses Thurn und Taxis, während die übrigen Waldungen aus diesem Ankauf heute größtenteils zur Blauwald GmbH & Co KG gehören.

1803 - Säkularisierung des Klosters von Neresheim

Im Jahre 1803 erhält das Haus Thurn und Taxis die Waldungen des Klosters Neresheim, zwischen der Hangkante des Jura bei Ebnat bis nach Dischingen, als Ausgleich für den Verlust von Souveränitätsrechten übereignet. Dies geschah im Rahmen des so genann­ten „Reichtsdeputationshauptschlusses“ mit dem der französische Kaiser Napo­leon die deutschen Fürsten für den Verlust von Souveränitätsrechten und Be­sitzungen im linksrheinischen Gebiet entschädigte.

erste Hälfte des 19. Jahrhunderts - Forstwirtschaft und Jagd

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bemühte sich die fürstliche Forstverwaltung redlich, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts weitgehend devastierten ehemaligen Mittel­wälder wieder mit Laubholz aufzuforsten. Die Abteilungsnahmen weisen auf den schlechten Waldzustand hin (Birkenschlag, Äsple, Hellhau usw.) Die Auf­forstungsbemühungen werden dadurch erschwert, dass der Wald mit umfangrei­chen Weiderechten belastet ist und das Jagdrecht zunächst dem König von Württemberg vorbehalten ist, was zu einer regelrechten Rotwildzucht führte.

In den 1820er Jahren wurde bei einem Zähltreiben, das aufgrund der Beschwerden der fürstlichen Verwaltung in der Abteilung „Ruckhau“ zwischen Großkuchen und Elchingen veranstaltet wurde, an einem Nachmittag 300 Stück Rotwild gezählt. Erst die „freie Jagd nach der Revolution 1848 löst das Rotwildproblem endgültig.

Um 1830 beginnen die ersten Versuche der Aufforstung mit Fichte durch den Oberförster Gönner in Nietheim. Die letzten Bestände aus dieser Aufforstungszeit fielen dem Sturm „Wiebke“ zum Opfer. Es war deutlich ersichtlich, dass Fichten offensichtlich weitständig gepflanzt wurden, da im Zwischen- und Unterstand im­mer noch Eiche und Hainbuche vorhanden war. Der letzt genutzte Bestand aus dieser Zeit war das Altholz in der Waldabteilung „Oberkochener Weg“. Die gewal­tigen Stämme wurden zu einer Holzbrücke über die Jagst bei Kirchheim verbaut. Der Oberförster Gönner starb 1836 anlässlich einer missglückten „Wildererhatz“. Auf ihn folgte als Revierförster in Nietheim sein jüngster Bruder Franz Xaver, der im Laufe der nächsten 40 Jahre die gesamten devastierten Waldungen zum größten Teil mit Fichte aufforstete. Die Pflanzungen wurden sehr eng vorgenom­men mit bis zu 15.000 Stück/ha. Im Jahr wurden etwa 30 – 50 ha umgewandelt, was unter den Voraussetzungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine gewaltige logistische Leistung darstellt. Durch das ganze 19. Jahrhundert wird die Holzver­wertung zum größten Teil über Kohlebrennen durchgeführt. Die Kohle wird an die Eisenhütten Königsbronn und Aalen/Wasseralfingen geliefert. Mit der nachgezo­genen Fichte konnte man zunächst offensichtlich nicht viel anfangen. Erst als im Jahre 1905 die Härtsfeldbahn von Dillingen nach Aalen eröffnet wurde, konnte Durchforstungsholz als Schleifholz Richtung Augsburg (damalige Papierwerke Haindl) und als Grubenholz Richtung Ruhrgebiet verkauft werden. Bis zum 2. Weltkrieg erfolgte die Holznutzung sehr konservativ, weswegen sich enorme Vor­räte aufbauten. Nach Ende des 2. Weltkriegs war das damalige Verwaltungsforst­amt Dischingen der Betrieb mit dem ha-bezogenen höchsten Holzvorräten in der Thurn und Taxis´schen Forstverwaltung. Im Jahr 1955 wird das Verwaltungsforst­amt Dischingen aufgelöst, aus den Revieren Elchingen und Nietheim entsteht das Forstamt Ebnat, aus den Revieren Neresheim, Dischingen, Eglingen das Forst­amt Dischingen. Im Jahre 1993 werden beide Betriebe wieder zusammengelegt.

2004 - Kauf der Wälder durch die Blauwald KG von Thurn und Taxis

Im Jahre 2002 beschließt die Geschäftsleitung des Hauses Thurn und Taxis das Vermögensportfolio zu restrukturieren und versucht für etwa 5000 ha einen Käufer zu finden. Zum 01.01.2004 wird das Forstamt Ebnat an die Blauwald GmbH & Co KG verkauft. Der Verkauf umfasste die Forstflächen auf dem Härtsfeld und die Flächen in Sulzheim auf der fränkischen Platte.

 

Entstehung der Betriebsteile

  • Sulzheim

Die dortigen Waldungen kamen ebenfalls beim „Reichtsdeputationshauptschluss“ an das Haus Thurn und Taxis, die bis 1998 als eigene Revierverwaltung geführt wurden. Da diese Waldungen ursprünglich in kirchlichem Besitz standen, waren sie mit umfangreichen Forstrechten belastet, von denen auch heute noch einige bestehen. Hervorzuheben ist die Leistung der fürstlichen Forstverwaltung, die zielstrebig die ehemaligen Eichen-Mittelwälder in Eichen-Hochwald überführte und sehr wertvolle Bestände aufbaute. Nach dem 2. Weltkrieg wurden im Rah­men der vorherrschenden Privatwald-Waldbauphilosophie viele Fichtenpflanzun­gen angelegt, die aber weitestgehend durch Trockenjahre und Borkenkäfer wie­der vernichtet wurden. 1998 wurde die Revierverwaltung Sulzheim als Revier an das damalige Thurn und Taxis´sche Forstamt Ebnat angegliedert.

  • Granheim

Im Jahr 2004 bringt die Besitzerfamilie der Blauwald GmbH & Co KG den heuti­gen Betriebsteil Granheim bei Ehingen in den Forstbetrieb ein, der bereits im Jahre 2001 von der Freiherrlichen Familie Speth-Schülzburg-Stier gekauft wurde.

  • Hirschgund und Eberhardszell

Im Jahr 2005 wurden die Betriebsteile Hirschgund im Allgäu und Eberhardzell, östlich von Biberach vom Fürstenhaus Waldburg-Wolfegg erworben.

  • Gräfenstein

Im Jahre 2005 wird von der BVVG, das Revier Grä­fenstein bei Plauen, angekauft. Die dortigen Waldungen gehörten ursprünglich zum Rittergut Christgrün und wurden nach dem 2. Weltkrieg enteignet und in volkseigenen Besitz übergeführt.

  • Hohen Luckow

Die Wälder bei Hohen Luckow wurden 1994 beim Kauf des landwirtschaftlichen Gutshofes Hohen-Luckow  von der Eigentümerfamilie miterworben.

 

 

 

2007 - Abspaltung der Seen, Konzentration auf die Forstbetriebe

Im Jahr 2007 wurden die von der Blauwald erworbenen Seenlandschaften in Sachsen abgespalten. Die Blauwald GmbH & Co KG konzentriert sich wieder auf den reinen Forstbetrieb.

2012 - Verkauf des Forstbetriebes Hirschgund

Im Jahr 2012 wurde der Forstbetrieb Hirschgund im Allgäu wieder verkauft.